Alles rund um Asset Management der technischen Anlagen

Swissgas ist Eigentümerin und Betreiberin von vier Erdgasleitungen mit einer Länge von insgesamt 260 Kilometer. Die Swissgas Hochdruckleitungen transportieren das importierte Erdgas von der Transitgasleitung in die Schweizer Regionen bzw. direkt zu den Regionalgesellschaften EGO, EGZ sowie Gaznat und GVM.

Die Sicherheit von Personen, der Umwelt und der Versorgung sind seit jeher Ziele des Asset Management. Der neue Gasmarkt erfordert ein Betriebsregime, welches die Kosten proaktiv steuern kann und den Shippern optimierte Netzentgelte bietet.

Die Schweiz ist direkt in den europäischen Erdgasverbund integriert. Daher ist die Abstimmung, Planung und Terminierung von Instandhaltungsmassnahmen mit den vor- und nachgelagerten Netzbetreibern wichtig, um Netzstillstandszeiten zu minimieren. Basis dafür ist ein Betriebsmanagement System, welches massgebend für die Erteilung der Betriebserlaubnis durch das BFE ist.

Betrieb und Unterhalt

Swissgas strebt die Weiterentwicklung der Instandhaltungsstrategie an, um eine optimale Verfügbarkeit zu geringsten Netzkosten garantieren zu können. Geringe Netzentgelte gewährleisten den Erdgaskunden wettbewerbsfähige Preise und sichern die Position des Energieträgers Erdgas im Wärmemarkt.

Erfahrungsaustausch bei OGE in Hügelheim, September 2015

Die Sicherheit der Technik, für die Umwelt und für die Mitarbeitenden ist das oberste Ziel der Swissgas. Sie hat ein System der Arbeitssicherheit etabliert, welches die gesetzlichen Anforderungen erfüllt und regelmässig an den Stand der Technik angepasst wird. Mit ausländischen Hochdrucknetzbetreibern tauscht sich Swissgas regelmässig auf internationalen Kongressen und Workshops aus.

Koordinationsaufgaben

Entlang der Transitgasleitung betreibt Swissgas sechs Zollmessstationen, über die Erdgas in das schweizerische Hochdrucknetz eingespeist wird. Dabei müssen die Erdgasmengen exakt erfasst, die Gasdurchflüsse gesteuert und mit der Oberzolldirektion abgestimmt werden.

 

Der Energieträger Erdgas und das Hochdrucknetz sind seit 2013 der Störfallverordnung unterstellt.

Swissgas unterstützt das Ziel der Gefahrenprävention für Bevölkerung und Umwelt. Zusammen mit BFE, BAFU, den Kantonen, den Hochdrucknetzbetreibern und den Blaulichtorganisationen wurde ein schweizweites Konzept erarbeitet, welches im Einsatzfall die optimale Steuerung und Bündelung der Einsatzkräfte gewährleistet.

Interessenvertretung

Swissgas übernimmt Aufgaben als Branchenvertreter der Schweizer Hochdrucknetzbetreiber und ist der Kontakt für die betriebsrelevanten Behörden. Die Aufsichtsbehörde ist das Bundesamt für Energie mit dem beauftragten eidgenössischen Rohrleitungsinspektorat (ERI).

Bei internationalen und nationalen Gremien nimmt Swissgas ebenfalls Einsitz und vertritt ihre und die Interessen der Regionalgesellschaften.

Zwar ist die Schweiz kein Mitglied der EU, aber das europäische technische Regelwerk ist auch für die Schweiz gültig. Daher sind die schweizerischen Hochdrucknetzbetreiber daran interessiert, Schweizer Anforderungen in das europäische Regelwerk einfliessen zu lassen und Vorgaben und Informationen aus den europäischen Normen in der Schweiz zu etablieren.

Kontrollen / Monitoring

Für Erdgas Hochdruckleitungen ist das BFE (Bundesamt für Energie) die überwachende Behörde. Das ERI nimmt stellvertretend die Inspektionsaufgaben wahr. Swissgas ist verpflichtet, Tätigkeiten des Betriebs und Unterhalts sowie die daraus resultierende Integrität der Leitungen und Anlagen dem ERI nachzuweisen. Dazu zählen beispielsweise Trasseekontrollen, Anlagenwartungen, Inline-Inspektionen (Molchungen), Armaturenfunktionsprüfungen, Nachweis des kathodischen Korrosionsschutzes oder auch Alarm- und Einsatzübungen.

Auch müssen die Einwirkungen der Natur, zum Beispiel die Auswirkungen der klimatischen Änderungen wie etwa schmelzender Permafrost auf die Erdgasleitungen überwacht werden. Dies reicht von Schutzmassnahmen bis zu Anpassung der Leitung bzw. des Trasses.

 

Swissgas agiert im Spannungsfeld von effizientem Betrieb und dem optimalen Niveau von Anlagenverfügbarkeit und Sicherheit unter Beachtung aller gesetzlichen Vorschriften.

Zur Dokumentation von Kontrollen und Unterhaltsarbeiten an den Leitungen, Zollmessstationen und Nebenanlagen greift Swissgas auf diverse Monitoring Systeme zurück:

  • periodische Trasse Inspektionen terrestisch oder per Helikopter
  • periodische Anlageninspektionen
  • Baustellenüberwachung zur Gewährung der Bausicherheit
  • GIS: geographische Informationssystem
  • Grundeigentümerdatenbank
  • Screening des Leitungstrassee

Für die Schweizer Hochdrucknetzbetreiber führt Swissgas ein zentrales Monitoring und Management der relevanten Schweizer und europäischen Normen durch und informiert jeweils über Veränderungen im Regelwerk und deren Auswirkungen für die Schweizer Hochdrucknetzbetreiber.